Lebenslauf · Aufbau, Reihenfolge & Inhalt

Der deutsche Lebenslauf

Ein tabellarischer Lebenslauf ist die deutsche Standardform des Lebenslaufs: Zeiträume links, Stationen rechts, gegliedert in persönliche Daten, Berufserfahrung, Bildungsweg, Kenntnisse und Zusätzliches — auf maximal zwei DIN-A4-Seiten. Die aktuellste Station steht dabei immer oben. Wer diese Ordnung kennt, baut ein Dokument, das Recruiter und Maschine sofort verstehen. Zusammen mit dem Anschreiben bildet er dein Bewerbungsset.

Ein Tatsachendokument — kein Verkaufstext

Das Grundgerüst

Fünf Abschnitte, eine feste Gliederung

Der tabellarische Lebenslauf ist immer gleich aufgebaut. Diese fünf Abschnitte folgen aufeinander — vom Kopf mit den persönlichen Daten bis zu den zusätzlichen Angaben. Beweglich ist daran nur eines: Ob Berufserfahrung oder Bildungsweg zuerst kommt, entscheidet deine Situation. Alles andere ist Konvention — und genau daran erkennen Personaler Routine.

Beispiel eines tabellarischen Lebenslaufs, gerendert mit JACVault: persönliche Daten mit Foto oben, darunter Berufserfahrung, Bildungsweg, Zertifikate sowie Kenntnisse und Sprachen

Gerendert mit JACVault · Vorlage „DACH-Klassik“ · Demo-Daten

  1. 01

    Persönliche Daten

    Kopf

    Vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail — dazu, wenn relevant, ein berufliches Profil

  2. 02

    Berufserfahrung

    Neueste zuerst

    Deine Stationen mit Zeitraum, Position und Arbeitgeber — die aktuellste immer zuerst

  3. 03

    Bildungsweg

    Neueste zuerst

    Studium und Ausbildung, ebenfalls mit der jüngsten Station oben

  4. 04

    Kenntnisse & Fähigkeiten

    Sachlich

    Sprachen, IT- und Fachkenntnisse — klar benannt, nicht in einer Grafik versteckt

  5. 05

    Zusätzliche Angaben

    Optional

    Ehrenamt und Zertifikate, dazu optional Interessen, sofern sie zur Stelle etwas beitragen

Pflicht und Kür: was hinein muss — und was du weglassen darfst

Pflichtangaben im Lebenslauf sind vollständiger Name, Kontaktdaten, Berufserfahrung, Bildungsweg und Kenntnisse — Foto, Geburtsdatum und Familienstand sind seit dem AGG freiwillig. Damit zerfällt der Lebenslauf in zwei Gruppen: das, was erwartet wird, und das, worüber du frei entscheidest.

Gehört hinein
  • Persönliche Daten mit vollständigem Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail
  • Berufserfahrung mit Zeitraum, Position und Arbeitgeber
  • Bildungsweg — Studium, Ausbildung, relevante Abschlüsse
  • Kenntnisse und Fähigkeiten, Sprachen inklusive
Kür — deine Entscheidung
  • Bewerbungsfoto
  • Kurzprofil
  • Fort- und Weiterbildung
  • Auslandsaufenthalte
  • Ehrenamt
  • Interessen und Hobbys
  • Unterschrift mit Ort und Datum

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) regelt dabei eine Richtung, die oft missverstanden wird: Ein Arbeitgeber darf Foto, Geburtsdatum, Familienstand oder Konfession nicht verlangen — beilegen darfst du sie trotzdem. Geburtsdatum und Geburtsort sind in Deutschland weiterhin üblich, Familienstand, Religion und Kinder lassen immer mehr Bewerber weg. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes empfiehlt sogar anonymisierte Bewerbungsverfahren ganz ohne diese Angaben; flächendeckend umgesetzt ist das nicht, es zeigt aber die Richtung. Beim Foto gilt dasselbe Muster: rechtlich freiwillig, praktisch in Deutschland weiterhin oft erwartet — im Standardformat 4,5 × 6 cm hochkant oben rechts. Wann ein Verzicht die bessere Wahl ist, klärt der eigene Ratgeber.

Wann ein Bewerbungsfoto sinnvoll ist — und wann nicht
Die Reihenfolge

Chronologisch oder antichronologisch

Die richtige Reihenfolge im Lebenslauf ist antichronologisch: Die aktuellste Station steht in jedem Abschnitt zuerst, danach geht es rückwärts in der Zeit. Das ist keine Geschmacks-, sondern eine Lesefrage — und in aller Regel die richtige Wahl.

Standard

Antichronologisch

Die aktuellste Station steht oben, danach geht es rückwärts in der Zeit — in jedem Abschnitt getrennt. Der Grund ist reine Lese-Ökonomie: Wer den Lebenslauf öffnet, sieht zuerst, wo du heute stehst, und erst danach, wo du hergekommen bist. Bewerbermanagementsysteme lesen die Stationen ohnehin über die Datumsangaben ein.

Alt-Variante

Chronologisch

Die älteste Station steht oben, der Werdegang läuft vorwärts bis heute. Diese Form ist die ältere und wird kaum noch verwendet — sie kommt allenfalls bei sehr kurzen Werdegängen vor, in denen die Entwicklung vom Anfang her die eigentliche Geschichte ist.

Berufserfahrung oder Ausbildung zuerst?

Das entscheidet die Relevanz, nicht eine feste Regel. Wer im Beruf steht, setzt die Berufserfahrung direkt unter die persönlichen Daten — sie ist das stärkste Argument, und der Bildungsweg folgt darunter. Schüler, Studierende und Absolventen drehen das um: Ohne nennenswerte Stationen trägt der Abschluss die Bewerbung, also steht der Bildungsweg oben. Dieselbe Logik gilt beim Quereinstieg — nach oben rückt der Abschnitt, der am dichtesten an der Zielstelle liegt.

Das Datumsformat: MM/JJJJ

Monat und Jahr, keine Tage: 02/2016 – 08/2020. Jede Station bekommt einen Start- und einen Endpunkt; die laufende Station markierst du mit „seit 03/2023“ oder „bis heute“. Reine Jahresangaben wirken wie ein Versteck — wer „2016 – 2020“ schreibt, verbirgt möglicherweise acht Monate, und genau so lesen es Personaler auch. Das einheitliche Format hat einen zweiten Grund: Ein Bewerbermanagementsystem sortiert deine Stationen über genau diese Daten.

Die Inhalte

Die Abschnitte im Detail

Das Gerüst steht — jetzt geht es um das, was hineinkommt. Vier Stellen entscheiden über die Qualität: wie du eine Station beschreibst, wie du Kenntnisse belegst, wie du mit Hobbys umgehst und was du streichst.

Berufserfahrung: so schreibst du eine Station

Jede Station besteht aus vier Teilen: Zeitraum, Position, Arbeitgeber mit vollem Namen und Ort — und darunter deine Aufgaben und Ergebnisse. Für die Ergebnisse haben sich drei bis sechs Stichpunkte pro Rolle eingebürgert, keine Fließtext-Absätze. Schreibe konkret: Tools, Projekte, Verantwortungsumfang, und wo es geht eine Zahl, die die Größenordnung zeigt. Skaliere dabei die Tiefe — die letzten zwei bis drei Rollen beschreibst du vollständig, alles, was mehr als etwa zehn bis fünfzehn Jahre zurückliegt, raffst du auf eine Zeile oder lässt es weg. Ein Detail, das oft auffällt: Verwende exakt den Jobtitel, der auch in deinem Arbeitszeugnis steht, damit die Unterlagen zusammenpassen.

Arbeitszeugnisse lesen und Jobtitel abgleichen

Kenntnisse und Sprachen: Level statt Balken

Kenntnisse gehören als Text-Liste in den Lebenslauf, mit einem benannten Level — nicht als Balken oder Sterne. Für Sprachen ist die deutsche Leiter etabliert: Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, fließend, verhandlungssicher, Muttersprache. Setze die GER-Stufe von A1 bis C2 daneben, dann ist die Angabe international lesbar, und nenne Zertifikate beim Namen. Sei dabei ehrlich: Ein überhöhtes Sprachniveau, das Einstellungskriterium war, kann eine spätere Kündigung rechtfertigen. Bei IT-Kenntnissen heißt der Abschnitt heute „IT-Kenntnisse“ und nicht mehr „EDV“ — und er nennt die konkreten Tools statt eines pauschalen „MS Office“. Skill-Grafiken lässt du ganz weg: Sie sehen ordentlich aus, enthalten für ein Bewerbermanagementsystem aber keinen lesbaren Text.

Hobbys und Ehrenamt: mit Bedacht

Freiwillig, aber nicht wertlos: Die Mehrheit der Personaler liest den Abschnitt — laut Karrierebibel rund 80 Prozent. Drei bis vier Einträge reichen, und sie sollten etwas über Eigenschaften sagen, die zur Stelle passen: Mannschaftssport für Teamrollen, Vereinsvorstand für Verantwortung, ein Open-Source-Projekt für Technik. Weglassen solltest du Extremsport und alles, was nach hohem Ausfallrisiko oder nach einem zweiten Vollzeitjob klingt. Ehrenamt ist der stärkere Teil dieses Abschnitts und darf ruhig mit Zeitraum und Rolle wie eine Station auftreten.

Was 2026 nicht mehr hineingehört

Manches steht nur noch aus Gewohnheit im Lebenslauf. Diese sechs Angaben kannst du streichen, ohne dass etwas fehlt:

  • Berufe der Eltern, Geschwister Relikt aus dem Schüler-Lebenslauf, ohne jeden Bezug zur Stelle
  • Konfession und Religion Privat — und seit dem AGG ausdrücklich nichts, was verlangt werden darf
  • Die Grundschule Sobald du Berufserfahrung hast, beginnt der Bildungsweg später
  • Gehaltsangaben Gehören, wenn überhaupt, ins Anschreiben — nie in den Lebenslauf
  • „EDV-Kenntnisse“ und nacktes „MS Office“ Veralteter Begriff und eine Angabe ohne Aussage: nenne die Tools und dein Level
  • Führerschein ohne Mobilitäts-Bezug Nur dann eine Angabe, wenn die Stelle Fahrten oder einen Außendienst vorsieht

Verschwunden ist auch der Rahmen drumherum: Die klassische Bewerbungsmappe aus Papier ist tot. Bewerbungen laufen heute über Online-Formulare oder als PDF per E-Mail, und der ganz überwiegende Teil der Arbeitgeber bevorzugt inzwischen den digitalen Weg. Was früher die Klarsichthülle war, ist heute der Dateiname — sprechend, mit deinem Namen darin.

Länge, Form & Unterschrift

Die harten Eckwerte

Ein Lebenslauf ist in Deutschland maximal zwei DIN-A4-Seiten lang; Berufseinsteiger kommen mit einer Seite aus. An diesen Größen misst sich, ob ein Lebenslauf routiniert wirkt — ein lückenloser Verlauf wird ausdrücklich nicht erwartet.

≤ 2 Seiten Maximale Länge Zwei DIN-A4-Seiten sind die Obergrenze
1 Seite Für Berufseinsteiger Mit wenig Erfahrung bleibt der Lebenslauf meist auf einer Seite
10 Jahre Faustregel je Seite Grobe Orientierung: eine Seite pro zehn Jahre Berufserfahrung
Neueste zuerst Reihenfolge Antichronologisch — die aktuellste Station steht oben

Formatierung auf einen Blick

24 Werte von der Schriftgröße bis zum Seitenrand — zum Aufklappen

Alle Zahlen dieser Seite an einer Stelle — zum Danebenlegen, während du schreibst. Jeder Wert steht so auch im Fließtext; hier fehlt nur die Begründung.

Umfang & Struktur
  • Länge ≤ 2 Seiten Zwei DIN-A4-Seiten sind die Obergrenze
  • Berufseinsteiger 1 Seite Mit wenig Erfahrung reicht eine Seite
  • Faustregel 1 Seite / 10 Jahre Grobe Orientierung für den Umfang
  • Reihenfolge Antichronologisch Neueste Station zuerst, in jedem Abschnitt
  • Datumsformat MM/JJJJ Beispiel: 02/2016 – 08/2020, keine Tage
  • Laufende Station „seit 03/2023“ Alternativ „bis heute“
Typografie & Form
  • Fließtext 11–12 pt 10 pt ist die absolute Untergrenze
  • Überschriften 1–3 pt größer Rund 13–15 pt, fett gesetzt
  • Zeilenabstand Faktor 1–1,15 Enger wirkt gedrängt, weiter wirkt aufgeblasen
  • Schriftarten max. 2 Schriftarten Eine für den Fließtext, eine für Überschriften
  • Serifen beides erlaubt Die DACH-Ratgeber sind uneins — entscheidend sind Lesbarkeit und Einheitlichkeit
  • Akzentfarbe genau 1 Akzentfarbe Dezent eingesetzt, sie ersetzt keine Struktur
  • Seitenränder links 2,5 cm Rechts 1,5–2 cm, oben und unten rund 2,5 cm — oben bis 4,5 cm, wenn eine Kopfzeile mitläuft
  • Fett Überschriften + Position Die Hauptauszeichnung — sparsam und überall nach demselben System
  • Kursiv nur dezent Zweite, schwächere Ebene — nie flächig
Inhalts-Mengen
  • Stichpunkte je Station 3–6 Stichpunkte Aufgaben und Ergebnisse, keine Fließtext-Absätze
  • Voll beschrieben letzte 2–3 Rollen Alles Ältere wird gerafft
  • Raffungs-Grenze 10–15 Jahre Was länger zurückliegt: eine Zeile oder ganz weg
  • Kurzprofil 3–4 Zeilen Optional, faktisch, nie werblich
  • Hobbys 3–4 Einträge Nur mit erkennbarem Bezug zur Stelle
  • Lücke ohne Erklärung bis ~2 Monate Ab rund drei Monaten sachlich benennen
  • Bewerbungsfoto 4,5 × 6 cm Hochkant, oben rechts — freiwillig; Details im Foto-Ratgeber
Datei & Abgabe
  • Dateiformat Text-PDF Echter Text statt Bild oder Scan; .docx geht ebenfalls
  • Dateiname sprechend Mit deinem Namen und dem Dokumenttyp darin

Werte aus DACH-Ratgebern, Stand August 2026 · für den Lebenslauf gibt es keine verbindliche Norm

Die Form: unauffällig ist das Ziel

Eine gut lesbare Standardschrift — ob mit oder ohne Serifen, da sind sich die Ratgeber uneins —, 11 bis 12 Punkt im Fließtext, Zeilenabstand 1 bis 1,15, höchstens zwei Schriftarten und eine einzige Akzentfarbe: mehr Gestaltung braucht ein Lebenslauf nicht, und mehr verträgt er auch nicht. Überschriften setzt du 1 bis 3 Punkt größer und fett ab, als Seitenrand sind links 2,5 cm üblich und rechts 1,5 bis 2 cm. Fett ist dabei die Hauptauszeichnung — Abschnitts-Überschriften und die Positionsbezeichnung —, kursiv bleibt die dezente Ausnahme. Die DIN 5008 normiert übrigens nur das Anschreiben; für den Lebenslauf gibt es keine solche Norm, dort ist sie Orientierung und keine Pflicht. Wichtiger als jedes Detail ist die Ruhe im Dokument: gleiche Abstände, gleiche Ausrichtung, ein einziges Datumsformat.

Die Unterschrift: drei Länder, drei Antworten

In Deutschland ist die Unterschrift unter dem Lebenslauf freiwillig, aber üblich; in Österreich wird sie erwartet, in der Schweiz weggelassen. Vorgeschrieben ist sie in keinem der drei Länder — es gibt kein Gesetz, das eine Unterschrift unter dem Lebenslauf verlangt. Wer sich im DACH-Raum bewirbt, sollte den Unterschied trotzdem kennen:

Deutschland

Freiwillig, aber üblich

Ort, Datum und eine handschriftliche Unterschrift am Ende signalisieren Sorgfalt. Verpflichtend ist das nicht, und in Online-Formularen entfällt es oft ganz.

Österreich

Wird erwartet

Die amtliche Empfehlung auf oesterreich.gv.at ist eindeutig: den ausgedruckten Lebenslauf eigenhändig unterschreiben, in der digitalen Fassung die eingescannte Unterschrift einsetzen. Üblich ist zusätzlich der Name in Druckschrift darunter.

Schweiz

Wird weggelassen

Hier verzichtet man üblicherweise sowohl auf die Unterschrift als auch auf die Ort-und-Datum-Zeile — beides gilt als überflüssig.

Die ehrliche Linie

Ein Tatsachendokument, kein Verkaufstext

Der deutsche Lebenslauf listet, was war — nicht, was gut klingt. Anders als der angelsächsische Stil kennt er kein erzählendes „professional summary“, das dich in Adjektiven verkauft. Und jede Station, jedes Datum, jede Kenntnis muss stimmen: Ein geschönter oder erfundener Eintrag ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Kündigungsgrund — selbst wenn er erst Jahre später auffällt.

Die eine zulässige Modernisierung ist das Kurzprofil: drei bis vier Zeilen ganz oben, die deine fachliche Position sachlich zusammenfassen. Laut Karrierebibel befürworten 53,5 Prozent der Entscheider ein solches Profil. Es bleibt optional und faktisch — sobald es werblich wird, kippt es ins Gegenteil.

Dieselbe Haltung trägt der Umgang mit Lücken. Ein lückenloser Lebenslauf bedeutet nicht, dass es keine Unterbrechungen geben darf — er bedeutet, dass jeder Zeitraum benannt ist. Lücken bis etwa zwei Monate musst du gar nicht erklären, ab rund drei Monaten gehört eine sachliche Bezeichnung hinein. Dass das die Normalität ist, zeigt eine Auswertung von 1,8 Millionen Lebensläufen: Laut dem Career Gap Report 2025 von LiveCareer hatten zuletzt nur noch 46 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber einen Lebenslauf ganz ohne Lücke.

Lücken sachlich benennen — Elternzeit, Auszeit, Jobsuche
Was war — nicht, was gut klingt
Sonderfälle

Erster Lebenslauf und Quereinstieg

Zwei Situationen sprengen das Standard-Muster — beide lassen sich mit derselben Regel lösen: Nach oben rückt, was für die Zielstelle zählt.

Der erste Lebenslauf ohne Berufserfahrung

„Keine Erfahrung“ stimmt fast nie. Praktika, Nebenjobs, Werkstudententätigkeiten, Ehrenamt, Schul- und Studienprojekte, Auslandsaufenthalte und Gremienarbeit sind vollwertige Stationen — sie bekommen Zeitraum, Rolle und zwei bis drei Stichpunkte wie jede andere Station auch. Der Bildungsweg rückt nach oben, direkt unter die persönlichen Daten, und mit dem, was da ist, bleibt der Lebenslauf auf einer Seite. Das ist kein Mangel, sondern der erwartete Umfang.

Quereinstieg: übertragbare Kenntnisse zuerst

Beim Quereinstieg folgt die Gewichtung der Ziel-Stelle, nicht der eigenen Historie. Was in der neuen Rolle gebraucht wird, steht weit oben und ausführlich — Projekte, Weiterbildungen, Werkzeuge, die beide Welten verbinden. Was nur die alte Branche interessierte, schrumpft auf eine Zeile. Genau hier zeigt sich, warum derselbe Lebenslauf pro Stelle anders aussehen sollte: Die Fakten bleiben gleich, ihre Reihenfolge und Ausführlichkeit nicht.

Der nächste Schritt

Für die Maschine — und für die konkrete Stelle

Bevor ein Mensch deinen Lebenslauf liest, liest ihn oft eine Software. Schon 2016 arbeiteten laut Statista rund 60 Prozent der deutschen Unternehmen mit einem Applicant Tracking System; bei Konzernen ist es heute Standard. Drei Konsequenzen daraus betreffen jeden Lebenslauf: vertraute Überschriften statt kreativer Kapitelnamen, ein echtes Text-PDF statt eines Bildes oder Scans (eine .docx-Datei geht ebenfalls) und die Begriffe, die in der Stellenanzeige stehen. Der Rest der Regeln — Spalten, Tabellen, Kopfzeilen — steht im ATS-Leitfaden.

Die Produktwahrheit

Ein Profil, pro Stelle neu gewichtet

Der zweite Teil ist der, den Vorlagen nicht lösen: Derselbe Lebenslauf wird pro Stelle unterschiedlich gewichtet. Für die eine Ausschreibung zählt das Projekt von 2023, für die nächste die Zertifizierung von 2021. JACVault arbeitet deshalb nicht mit einer Datei, sondern mit deinem Profil: Es baut daraus den Lebenslauf, gewichtet ihn auf die konkrete Stelle, hält ihn maschinenlesbar und lässt ihn im CV Studio gestalten. Wer schon einen Lebenslauf hat, tippt nichts ab, sondern startet mit dem Import — dabei wird das bestehende Dokument eingelesen und in dein Profil überführt.

Die ATS-Regeln
Häufige Fragen

Kurz nachgefragt

Was rund um den Lebenslauf am häufigsten gefragt wird — kurz und ehrlich beantwortet.

Den fertigen Lebenslauf prüfen lassen — Kriterien, Gratis-Wege, Kosten

Wie lang darf ein Lebenslauf sein?

Ein Lebenslauf ist in Deutschland maximal zwei DIN-A4-Seiten lang; Berufseinsteiger kommen mit einer Seite aus. Als grobe Faustregel gilt eine Seite pro zehn Jahren Berufserfahrung. Entscheidend ist aber nicht die Seitenzahl an sich, sondern dass jede Station relevant und knapp dargestellt ist — ältere Stationen werden gerafft, nicht gestrichen.

Ist ein Lebenslauf chronologisch oder antichronologisch?

Die richtige Reihenfolge im Lebenslauf ist antichronologisch: Die aktuellste Station steht in jedem Abschnitt zuerst, danach geht es rückwärts in der Zeit. Die chronologische Variante, die mit der ältesten Station beginnt, ist die Alt-Form und wird heute kaum noch verwendet.

Was kommt zuerst: Berufserfahrung oder Ausbildung?

Das entscheidet die Relevanz, nicht eine feste Regel. Wer im Beruf steht, setzt die Berufserfahrung direkt unter die persönlichen Daten und den Bildungsweg darunter. Schüler, Studierende und Absolventen drehen das um, weil der Abschluss das stärkste Argument ist. Bei einem Quereinstieg gewinnt der Abschnitt, der am dichtesten an der Zielstelle liegt.

Was heißt „lückenloser Lebenslauf“?

Ein lückenloser Lebenslauf bedeutet nicht, dass es keine Unterbrechungen geben darf — er bedeutet, dass jeder Zeitraum benannt ist. Lücken bis etwa zwei Monate musst du gar nicht erklären, ab rund drei Monaten ohne erkennbare Tätigkeit gehört eine sachliche Bezeichnung hinein: Elternzeit, Weiterbildung, Neuorientierung. Auch Behörden verwenden den Begriff in genau diesem Sinn.

Ist ein Bewerbungsfoto Pflicht?

Nein. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf ein Arbeitgeber kein Foto verlangen, und eine Bewerbung ohne Foto ist vollständig. In der Praxis legen die meisten Bewerber trotzdem eins bei, weil es in Deutschland weiterhin erwartet wird — an den klassischen Platz oben rechts bei den persönlichen Daten. Wann ein Verzicht die bessere Wahl ist, steht im Ratgeber zum Bewerbungsfoto.

Ratgeber zum Bewerbungsfoto

Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?

In Deutschland ist die Unterschrift unter dem Lebenslauf freiwillig, aber üblich; in Österreich wird sie erwartet, in der Schweiz weggelassen. Vorgeschrieben ist sie in keinem der drei Länder. Wer unterschreibt, setzt Ort, Datum und die handschriftliche Signatur ans Ende der letzten Seite — in der digitalen Fassung als eingescannte Unterschrift.

Muss ich Geburtsdatum und Familienstand angeben?

Beides ist freiwillig. Seit dem AGG darf ein Arbeitgeber weder Geburtsdatum noch Familienstand, Religion oder ein Foto verlangen. Geburtsdatum und Geburtsort sind in Deutschland dennoch üblich und werden meist angegeben; Familienstand, Konfession und Kinder lassen immer mehr Bewerber weg. Verpflichtend sind nur die Angaben, über die man dich erreichen kann.

Wie schreibe ich einen Lebenslauf ohne Berufserfahrung?

Du füllst ihn mit dem, was du hast: Praktika, Nebenjobs, Werkstudententätigkeiten, Ehrenamt, Schul- oder Studienprojekte und Auslandsaufenthalte sind vollwertige Stationen. Der Bildungsweg rückt nach oben, direkt unter die persönlichen Daten, und der Lebenslauf bleibt auf einer Seite. Erfundene Stationen zum Auffüllen sind tabu — sie sind auch Jahre später noch ein Kündigungsgrund.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Bereit, wenn du es bist

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Leg dein Profil an, füg die Stelle ein — und JACVault baut dir Lebenslauf und Anschreiben, die durch ATS und Recruiter kommen. Die erste Bewerbung geht aufs Haus.

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