Ratgeber

Lücken im Lebenslauf erklären: Formulierungen

Auf dieser Seite
  1. Ab wann ist eine Lücke überhaupt eine Lücke?
  2. Was gar keine Lücke ist
  3. Die häufigsten Gründe — und wie du sie benennst
  4. Österreich und Schweiz: gleiche Regeln, andere Wörter
  5. Alte Lücken: was lange her ist, wiegt weniger
  6. Ehrlich bleiben: was rechtlich gilt
  7. Lücken im Vorstellungsgespräch
  8. So macht es JACVault

Kurz gesagt: Ein lückenloser Lebenslauf wird in Deutschland nicht erwartet — „lückenlos“ heißt nur, dass jeder Zeitraum benannt ist. Lücken bis etwa zwei Monate musst du gar nicht erklären; ab rund drei Monaten ohne erkennbare Tätigkeit gehört eine sachliche Bezeichnung hinein: „Familienphase“, „arbeitssuchend“, „Sabbatical“ statt Verschweigen. Wer zu seinem Weg steht, wirkt souveräner als jemand mit geschobenen Daten — und ist rechtlich auf der sicheren Seite.

Kaum ein Bewerbungsmythos hält sich so hartnäckig wie der vom lückenlosen Lebenslauf. In Wahrheit hat fast jeder Berufsweg Brüche — und Personalverantwortliche wissen das, weil sie es jeden Tag sehen. Entscheidend ist nicht, ob du eine Lücke hast, sondern wie du damit umgehst. Genau darum geht es auf dieser Seite: für jede Situation die passende, ehrliche Benennung — von der Elternzeit über die Krankheit bis zur Kündigung — plus das, was rechtlich wirklich gilt.

Ab wann ist eine Lücke überhaupt eine Lücke?

Ein lückenloser Lebenslauf bedeutet nicht, dass es keine Unterbrechungen geben darf — er bedeutet, dass jeder Zeitraum benannt ist. Von einer Lücke sprechen Personalverantwortliche erst, wenn du mehr als zwei Monate keiner beruflichen oder erkennbar karriererelevanten Tätigkeit nachgegangen bist:

  • Bis etwa zwei Monate — unkritisch, musst du in der Regel nicht erklären. Der Wechsel zwischen zwei Stellen darf dauern.
  • Ab rund drei Monaten ohne erkennbare Tätigkeit gehört eine sachliche Bezeichnung in den Lebenslauf — was genau, hängt vom Grund ab; die Formulierungen dafür stehen weiter unten.

Beides sind Richtwerte, keine Stichtage. Und die wichtigste Einordnung vorweg: Eine Lücke macht dich nicht zur Ausnahme. Dass Brüche längst die Normalität sind, zeigt eine Auswertung von 1,8 Millionen Lebensläufen — laut dem Career Gap Report 2025 von LiveCareer hatten zuletzt nur noch 46 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber einen Lebenslauf ganz ohne Lücke.

Zum Handwerk gehört das Datumsformat: Im deutschen Lebenslauf stehen Zeiträume als MM/JJJJ — „02/2016 – 08/2020“, die laufende Station als „seit 03/2023“. Eine sichtbare Zwei-Monats-Lücke in diesem Format ist völlig unproblematisch. Wer dagegen auf reine Jahreszahlen ausweicht („2016 – 2020“), macht es nicht besser, sondern schlechter: Personalverantwortliche lesen Nur-Jahre als Versteck-Signal, denn hinter „2016 – 2020“ können acht unerklärte Monate liegen. Dasselbe gilt für sogenannte Erfahrungsprofile, die nur Dauern statt Zeiträume nennen („4 Jahre Redakteur“) — beide Tricks sind in Personalabteilungen bestens bekannt und werden im Zweifel als Täuschungsversuch gewertet.

Eine Antwort gleich vorweg, weil sie so oft gesucht wird: Einfach leer lassen ist keine Option. Ein unbenannter Zeitraum erzeugt genau die Spekulationsfläche, die du vermeiden willst — Personalverantwortliche fragen sich dann nicht, ob etwas dahintersteckt, sondern was. Fast jeder ehrliche Grund schneidet in diesem Vergleich besser ab als das offene Loch.

Was gar keine Lücke ist

Vieles, was sich beim Blick auf den eigenen Werdegang wie ein Loch anfühlt, ist bei näherem Hinsehen eine ganz normale Station — sie muss nur benannt werden:

  • Weiterbildung und Umschulung. Eine Fortbildung ist keine Pause, sondern Eigeninitiative — und die wird in Personalabteilungen ausdrücklich positiv gewertet. Trag sie als eigene Station ein („Weiterbildung zum …“, „Umschulung zur …“) und leg das Zertifikat zu den Anlagen.
  • Auslandsaufenthalte. Ein Gap Year oder Work & Travel steht für Sprachkenntnisse, Selbstständigkeit und interkulturelle Kompetenz. Unbedingt als Station führen: „Gap Year, Work & Travel in Australien und Neuseeland“.
  • Selbstständigkeit — auch eine gescheiterte. Wer gegründet hat, war nicht untätig, sondern hat investiert, organisiert und Verantwortung getragen. Eine volle Berufsstation mit Zeitraum, Namen und relevanten Tätigkeiten, kein Makel.
  • Die Bewerbungsphase nach dem Abschluss. Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger genießen eine Schonfrist von bis zu einem halben Jahr — dass die erste Jobsuche dauert, weiß jeder Arbeitgeber. Benennen statt leer lassen: „Orientierungs- und Bewerbungsphase für den Berufseinstieg“.

Die häufigsten Gründe — und wie du sie benennst

Für alles Übrige gilt dieselbe Grundregel: Zeitraum nennen, Phase sachlich bezeichnen, fertig. Niemand verlangt eine Rechtfertigung — nur eine Benennung.

Elternzeit und Familienphase

Kindererziehung ist kein Makel, sondern ein Zeichen von Verantwortung. Überschreibe die Phase mit „Elternzeit“ oder „Familienphase“ und gib den Zeitraum an — mehr braucht es nicht. Wenn du in der Zeit in Teilzeit gearbeitet, dich weitergebildet oder ehrenamtlich engagiert hast, werte die Station damit auf: „Elternzeit: Erstellen von Marktanalysen, 10 Stunden/Woche“. Der Fehler wäre das Weglassen — erst das unbenannte Loch wirft Fragen auf, die Phase selbst tut es nicht.

Arbeitslosigkeit und Jobsuche

Eine Phase von zwei bis drei Monaten zwischen zwei Stellen ist kein Beinbruch. Vermeide dabei das Wort „arbeitslos“ — es klingt passiv und sagt nichts darüber, was du getan hast. Formuliere aktiv: „arbeitssuchend“, „aktive Arbeitssuche“ oder „berufliche Neuorientierung“. Dauert die Suche länger, füll die Station mit dem, was in der Zeit tatsächlich passiert ist — Weiterbildung, Selbststudium, Praktika, Bewerbungsphase: „Berufliche Neuorientierung, Fortbildung zum Systemischen Coach“ sagt mehr als jede Entschuldigung. Wichtig ist das Signal, dass du am Ball geblieben bist, nicht die Länge der Suche.

Krankheit, Reha — und Burnout

Zu einer überstandenen Erkrankung musst du im Lebenslauf keine Details nennen: keine Diagnose, keine Klinik, keine Therapieform. Das ist Privatsache — und zwar unabhängig davon, ob es um eine Operation, eine Reha oder eine psychische Erkrankung ging. Eine neutrale Formulierung genügt: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“. Ist die Phase überstanden, lohnt ein kurzes Signal der Einsatzbereitschaft, etwa: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen (inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft)“.

Das gilt ausdrücklich auch für Burnout und Depression — die Fragen, die Betroffene am häufigsten umtreiben. Du musst „Burnout“ nirgendwo hinschreiben, und du solltest es auch nicht: Nicht, weil die Erkrankung ein Makel wäre, sondern weil Diagnosen grundsätzlich nicht in Bewerbungsunterlagen gehören. Die neutrale gesundheitliche Auszeit ist die ehrliche und vollständige Antwort. Wie offen du im weiteren Verlauf sein möchtest — etwa im Gespräch, wenn Vertrauen entstanden ist —, entscheidest allein du, in deinem Tempo.

Pflege von Angehörigen

Wer Eltern, Partner oder andere Angehörige gepflegt hat, hat gearbeitet — nur eben unbezahlt. Diese Care-Arbeit darf als Station in den Lebenslauf: „Berufliche Auszeit, Pflege eines Angehörigen“ oder neutraler „Übernahme familiärer Aufgaben“. Auch hier gilt: keine Details nötig, kein schlechtes Gewissen angebracht. Wer nebenher mit Fortbildungen oder Online-Kursen fachlich am Ball geblieben ist, erwähnt das mit einem Halbsatz.

Sabbatical und Reisen

Eine bewusste Auszeit ist mehr Chance als Lücke — wenn du sie beim Namen nennst. Schreib „Sabbatical“ in den Lebenslauf und ergänze in Stichworten, was die Zeit dir gebracht hat: „Weltreise (Verbesserung der Kultur- und Englischkenntnisse, Organisationsfähigkeit)“. So wird aus der Auszeit ein Beleg für Selbstkenntnis und Planungsvermögen statt einer offenen Frage.

Kündigung und Aufhebungsvertrag

Hier lohnt die Unterscheidung. Bei einer unverschuldeten Kündigung — betriebsbedingt, Insolvenz, Stellenabbau — gibt es nichts zu beschönigen: „Kündigung wegen Insolvenz“ an der betreffenden Station ist eine sachliche Information, keine Schwäche. Bei einer verhaltensbedingten Kündigung hilft nur Ehrlichkeit ohne Selbstanklage: Nenn den Zeitraum der Beschäftigung, danach die aktive Gegenwart — „arbeitssuchend, Neuorientierung im Bereich …“. Und in beiden Fällen gilt: kein schlechtes Wort über den früheren Arbeitgeber, auch wenn du im Recht bist. Schuldzuweisungen sagen im Zweifel mehr über den Absender als über den Adressaten. Achte außerdem darauf, dass die Zeiträume im Lebenslauf zu deinem Arbeitszeugnis passen — Personalverantwortliche gleichen beides ab.

Studienwechsel und Studienabbruch

Ein Wechsel oder Abbruch ist kein Karriere-Ende, sondern eine Kurskorrektur — und lässt sich genau so benennen: „Akademische Neuorientierung, Wechsel des Studiengangs“. Wer auf einen Studienplatz gewartet oder sich neu orientiert hat, führt den Zeitraum sachlich auf; das anschließend abgeschlossene Studium beantwortet die Frage nach der Disziplin von selbst. Nur eine lange Kette von Abbrüchen lässt sich schwerer erklären — dann zählt umso mehr, was du heute kannst und willst.

Womit du eine laufende Lücke füllen kannst

Wenn die Lücke noch offen ist — etwa weil die Jobsuche andauert —, kannst du sie mit echten Aktivitäten unterfüttern, statt sie nur zu benennen. Bewährt haben sich Fortbildungen und Umschulungen, Selbststudium und eigene Projekte, Sprachkurse und Auslandsaufenthalte, soziales Engagement und Freiwilligendienste sowie Praktika und Nebenjobs. Zwei Dinge machen den Unterschied: Erstens muss die Aktivität wirklich stattgefunden haben — erfundene Beschäftigungen fliegen auf und fallen unter alles, was im Rechtsabschnitt weiter unten steht. Zweitens wirkt ein Beleg Wunder: Das Zertifikat eines abgeschlossenen Kurses gehört in die Anlagen der Bewerbung und macht aus einer Behauptung einen Nachweis.

Formulierungen auf einen Blick

16 belegte Benennungen von Elternzeit bis Studienwechsel — zum Aufklappen

Die Schnell-Referenz: pro Situation die Benennung, die im Lebenslauf als eigene Station steht — immer mit Zeitraum im Format MM/JJJJ.

Benannte Phasen

SituationBenennung im LebenslaufHinweis
Elternzeit„Elternzeit“ oder „Familienphase“mit Zeitraum; optional mit Teilzeit/Weiterbildung aufwerten
Krankheit / Reha„Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“keine Diagnose; Genesungs-Zusatz, wenn überstanden
Burnout / Depression„Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“identisch zur Krankheit — Diagnosen gehören nie hinein
Pflege von Angehörigen„Berufliche Auszeit, Pflege eines Angehörigen“alternativ „Übernahme familiärer Aufgaben“
Sabbatical / Reisen„Sabbatical“ bzw. „Weltreise (…)“Mehrwert in Stichworten ergänzen
Auslandsaufenthalt„Gap Year, Work & Travel in …“gar keine Lücke — unbedingt als Station führen
Weiterbildung / Umschulung„Weiterbildung zum/zur …“eigene Station; Zertifikat in die Anlagen
Selbstständigkeitvolle Berufsstation mit Namen und Tätigkeitengilt auch für eine beendete Gründung

Aktive Formulierungen

SituationBenennung im LebenslaufHinweis
Jobsuche (kurz)„arbeitssuchend“nie „arbeitslos“ — aktiv formulieren
Jobsuche (länger)„Aktive Arbeitssuche, Ziel: …“mit Weiterbildung/Selbststudium füllen
Neuorientierung„Berufliche Neuorientierung, Fortbildung zum …“Richtung + Aktivität nennen
Berufseinstieg„Orientierungs- und Bewerbungsphase für den Berufseinstieg“Schonfrist bis etwa ein halbes Jahr
Studienwechsel„Akademische Neuorientierung, Wechsel des Studiengangs“sachlich; der Abschluss danach spricht für sich

Österreich und Schweiz

SituationBenennung im LebenslaufHinweis
Elternzeit (AT)„Karenz“ oder „Elternkarenz“der übliche österreichische Begriff
Jobsuche (AT)„Arbeitssuche“ bzw. „Arbeitssuche und Weiterbildung“AMS-Empfehlung; geförderte Auszeit: „Weiterbildungszeit“ (bis 2025: „Bildungskarenz“)
Jobsuche (CH)„Stellensuche“der übliche Schweizer Begriff; ein Zwischenverdienst steht als normale Arbeitsstation

Österreich und Schweiz: gleiche Regeln, andere Wörter

Wer sich in Österreich oder der Schweiz bewirbt, kann alles auf dieser Seite eins zu eins anwenden — die Grundregeln sind identisch. Das österreichische AMS definiert die Lücke wortgleich ab mehr als zwei Monaten, verlangt Monatsangaben statt reiner Jahreszahlen und empfiehlt für Krankheit — ausdrücklich auch für Burnout und Depression — dieselbe Benennung: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“. Was sich ändert, sind einzelne Wörter.

Österreich: Die Elternzeit heißt „Karenz“ (oder „Elternkarenz“), die Jobsuche benennt das AMS als „Arbeitssuche“ — mit Weiterbildung kombiniert als „Arbeitssuche und Weiterbildung“. Eine österreichische Besonderheit ist die geförderte Weiterbildungs-Auszeit: Sie hieß bis 2025 „Bildungskarenz“ und heißt seit 2026 „Weiterbildungszeit“ — im Lebenslauf steht sie wie jede Weiterbildung als eigene benannte Station, für vergangene Zeiträume unter ihrem damaligen Namen.

Schweiz: Die Jobsuche heißt hier „Stellensuche“ — so steht sie auch im Lebenslauf; wer arbeitslos gemeldet ist, ist beim RAV (Regionale Arbeitsvermittlungszentren) registriert, und absolvierte RAV-Programme lassen sich als Aktivität nennen. Eine Schweizer Eigenheit verhindert die Lücke gleich ganz: der Zwischenverdienst — eine vorübergehende, auch geringer bezahlte Anstellung während der Stellensuche, die die Arbeitslosenversicherung mit Kompensationszahlungen ergänzt. Im Lebenslauf steht er als ganz normale Arbeitsstation, kein Sonder-Etikett nötig.

Alte Lücken: was lange her ist, wiegt weniger

Je weiter eine Lücke zurückliegt, desto weniger Gewicht hat sie — und der deutsche Standard-Aufbau arbeitet dabei für dich. Der Lebenslauf ist antichronologisch sortiert: Die aktuelle Station steht oben, Zurückliegendes rückt automatisch nach hinten. Dazu kommt die Raffungs-Regel, die ohnehin für ältere Stationen gilt: Die letzten zwei bis drei Rollen werden voll beschrieben, alles jenseits von zehn bis fünfzehn Jahren wird komprimiert. Eine Drei-Monats-Lücke aus einem früheren Jahrzehnt verschwindet damit nicht — sie steht sauber benannt da, interessiert aber schlicht niemanden mehr. Du versteckst nichts; du gewichtest so, wie es der Lebenslauf-Standard ohnehin vorsieht.

Ehrlich bleiben: was rechtlich gilt

So verlockend es ist — erfinde nichts. Der deutsche Lebenslauf ist ein Tatsachendokument: Alles, was du aktiv hineinschreibst, muss stimmen. Das ergibt sich aus dem arbeitsrechtlichen Grundsatz der Wahrheit — und die Konsequenzen bei Verstößen sind real. Wer Stationen erfindet, Daten verschiebt oder Abschlüsse schönt, riskiert die Anfechtung des Arbeitsvertrags wegen arglistiger Täuschung (§ 123 BGB) oder die fristlose Kündigung — auch lange nach der Probezeit. Arbeitsgerichte haben Kündigungen wegen gefälschter Bewerbungsunterlagen selbst nach fünf und nach acht Jahren im Job bestätigt; die Frist dafür beginnt erst zu laufen, wenn der Arbeitgeber die Täuschung entdeckt. In Extremfällen — etwa bei gefälschten Zeugnissen — kann sogar Strafrecht ins Spiel kommen.

Die gute Nachricht: Die erlaubte Seite ist breiter, als viele denken. Positiv formulieren ist ausdrücklich zulässig, solange die Fakten stimmen — „arbeitssuchend“ statt „arbeitslos“ ist keine Lüge, sondern eine Wahrheit mit besserem Vorzeichen. Auch weglassen darfst du vieles: Kür-Angaben wie Hobbys sowieso, und in der Regel auch einzelne kurze Stationen — wobei jedes Weglassen selbst wieder eine Lücke erzeugt und Nachfragen möglich bleiben. Die Grenze verläuft bei Tatsachen, nicht bei Geschmacksfragen: Zeiträume gehören benannt und dürfen nicht verschoben werden, und was für die Stelle offensichtlich relevant ist, darfst du nicht aktiv verschweigen.

Für Lücken heißt das in einem Satz: Den Grund darfst du für dich behalten — den Zeitraum nicht. Deine Gesundheit, deine Familienplanung, deine private Situation gehen den Arbeitgeber nichts an; eine neutrale Benennung genügt vollständig. Aber der Zeitraum selbst muss stimmen und benannt sein. Das ist der ganze Deal — und er ist fair.

Faustregel: Eine erklärte Lücke ist ein Nebensatz im Gespräch. Eine entdeckte Lüge ist das Ende der Bewerbung — oder Jahre später des Arbeitsverhältnisses. Ehrlichkeit ist nicht nur sauberer, sie ist auch strategisch klüger.

Lücken im Vorstellungsgespräch

Ab einer Lücke von etwa drei bis vier Monaten solltest du fest damit rechnen, im Gespräch danach gefragt zu werden — selbst wenn sie im Lebenslauf sauber benannt ist. Das ist keine Falle, sondern normale Sorgfalt. Die souveräne Antwort ist kurz: ein bis zwei Sätze, sachlich, ohne Rechtfertigungston — was die Phase war und was du daraus mitgenommen hast. Danach lenkst du den Fokus zurück auf das, worum es eigentlich geht: deine Eignung für die Stelle.

Bereite diese Antwort wörtlich vor und sprich sie einmal laut durch — genau die Frage, vor der du dich am meisten drückst, kommt erfahrungsgemäß zuerst. Und unterschätze nicht, was in einer Lücke steckt: Wer ein Jahr lang einen Angehörigen gepflegt hat, bringt Belastbarkeit und Organisationstalent mit; wer eine Weltreise organisiert hat, kann planen und improvisieren. Solche Kompetenzen darfst du im Gespräch ruhig beim Namen nennen — nicht als Ausgleich für die Lücke, sondern als Teil deines Profils.

Manche raten, Lücken proaktiv selbst anzusprechen. Das kann souverän wirken — aber nur, wenn du eine wirklich gute Erklärung hast; andernfalls weckst du Fragen, die niemand gestellt hätte. Im Zweifel gilt: vorbereitet sein, nicht vorpreschen. Und wichtig zu wissen: Nach den privaten Gründen hinter einer Lücke — Gesundheit, Familienplanung, deine persönliche Situation — darf der Arbeitgeber in aller Regel gar nicht erst fragen. Welche Fragen unzulässig sind und wann du sogar ein Recht zur Notlüge hast, steht im Ratgeber zum Vorstellungsgespräch. Wenn du vor dem Abschicken einen Zweitleser willst, der prüft, ob jeder Zeitraum benannt ist: Wie ein guter Bewerbungscheck abläuft, steht im eigenen Ratgeber.

So macht es JACVault

So sieht eine benannte Lücke im fertigen Dokument aus — eine normale Zeile zwischen zwei Positionen, kein Loch:

Beispiel eines mit JACVault gerenderten Lebenslaufs: In der Berufserfahrung steht die Zeile „Familienphase, 03/2023 bis 02/2024“ als ganz normale Station zwischen zwei Positionen — ohne Arbeitgeber-Angabe, im selben Format wie die übrigen Stationen

Gerendert mit JACVault · Vorlage „DACH-Klassik“ · Demo-Daten

JACVault baut deinen Lebenslauf aus deinen echten Daten — es erfindet nichts. Eine benannte Phase wie „Familienphase“ trägst du in deinem Profil als eigene Station ein, mit Zeitraum und ohne Arbeitgeber; im fertigen Dokument steht sie als ganz normale Zeile im Format MM/JJJJ, sauber gesetzt und ATS-lesbar. Auch beim Import eines bestehenden Lebenslaufs gilt das Tatsachen-Prinzip: eingelesen wird, was drinsteht — dazuerfunden wird nichts. Deine erste Bewerbung ist kostenlos.

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Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Zuletzt geprüft: siehe Datum oben.

Häufige Fragen

Sind Lücken im Lebenslauf ein Problem?

Nein — solange jeder Zeitraum benannt ist. Laut dem Career Gap Report 2025 von LiveCareer hatten zuletzt nur noch 46 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber einen Lebenslauf ganz ohne Lücke. Personalverantwortliche wissen das. Entscheidend ist nicht, ob du eine Lücke hast, sondern ob du sachlich zu ihr stehst.

Wie lange darf eine Lücke im Lebenslauf sein?

Lücken bis etwa zwei Monate musst du gar nicht erklären. Ab rund drei Monaten ohne erkennbare Tätigkeit gehört eine sachliche Bezeichnung in den Lebenslauf — zum Beispiel Elternzeit, Weiterbildung oder berufliche Neuorientierung. Das ist ein Richtwert, keine starre Regel.

Muss ich den Grund für eine Lücke nennen?

Nein. Private Gründe wie deine Gesundheit oder die familiäre Situation musst du weder im Lebenslauf noch im Gespräch offenlegen — eine neutrale Benennung des Zeitraums genügt. Der Zeitraum selbst muss allerdings stimmen und benannt sein: Den Grund darfst du für dich behalten, die Daten nicht verschieben.

Wie erkläre ich eine Lücke durch Burnout oder Depression?

Mit einer neutralen Formulierung wie „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“ — eine Diagnose gehört nicht in die Bewerbung, auch keine psychische. Ist die Phase überstanden, hilft ein kurzes Signal der Einsatzbereitschaft, etwa der Zusatz „inzwischen vollständige Genesung“. Wie offen du darüber hinaus sein möchtest, entscheidest allein du.

Ist Elternzeit eine Lücke im Lebenslauf?

Nein — als benannte Station ist sie keine Lücke, sondern ein erklärter Zeitraum. Trag sie mit Anfangs- und Enddatum als „Elternzeit“ oder „Familienphase“ ein. Weglassen wäre der Fehler: Erst das unbenannte Loch wirft Fragen auf, die Phase selbst tut es nicht.

Kann ich eine Lücke weglassen oder nur Jahreszahlen angeben?

Davon ist abzuraten. Reine Jahresangaben statt Monat und Jahr lesen Personalverantwortliche als Versteck-Signal, und ein unbenannter Zeitraum weckt mehr Misstrauen als fast jeder ehrliche Grund. Im schlechtesten Fall wird beides als Täuschungsversuch gewertet und die Bewerbung aussortiert.

Was passiert, wenn ich im Lebenslauf lüge?

Erfundene Stationen oder verschobene Daten können den Arbeitsvertrag zu Fall bringen: Der Arbeitgeber kann ihn wegen arglistiger Täuschung anfechten oder fristlos kündigen — auch noch Jahre nach der Einstellung. Arbeitsgerichte haben das selbst nach fünf und nach acht Jahren bestätigt. Eine ehrlich benannte Lücke ist dagegen ein Nebensatz im Gespräch.