Ratgeber

Bewerbung auf Englisch oder Deutsch? Die Regel

Auf dieser Seite
  1. Woran du erkennst, welche Sprache erwartet wird
  2. Wann Englisch die richtige Wahl ist
  3. Wann Deutsch die stärkere Wahl ist
  4. Der teuerste Irrtum: Sprache ist nicht Format
  5. Was sich am Lebenslauf ändert — und was nicht
  6. Anschreiben oder Cover Letter?
  7. Sprachkenntnisse: die Zeile, die geprüft wird
  8. Wenn das Gespräch die Sprache wechselt
  9. Zeugnisse: beilegen, übersetzen oder weglassen?
  10. Beide Fassungen schicken?
  11. Im Zweifel: nachfragen
  12. Österreich und Schweiz
  13. So macht es JACVault

Kurz gesagt: Die Sprache richtet sich nach Stelle und Unternehmen, nicht nach Gefühl. Ist die Ausschreibung auf Englisch, das Unternehmen international oder Englisch die Geschäftssprache — dann bewirbst du dich auf Englisch. In allen anderen Fällen ist Deutsch die stärkere und erwartete Wahl. Im Zweifel: bei der Personalabteilung nachfragen. Wichtig: Der Aufbau bleibt der deutsche Standard — ein englischer Lebenslauf ist kein US-Résumé.

Die Sprachfrage klingt banal, entscheidet aber über den ersten Eindruck. Die gute Nachricht: Sie lässt sich fast immer eindeutig aus der Ausschreibung beantworten. Die schlechte: Die verbreitetste Antwort im Netz beantwortet eine andere Frage. Wer „Bewerbung auf Englisch“ sucht, landet fast überall bei Anleitungen für Bewerbungen in die USA oder nach Großbritannien — kein Foto, kein Geburtsdatum, kein Datum, keine Unterschrift, Referenzen statt Zeugnissen. Für den häufigsten Fall, die englische Anzeige eines Arbeitgebers in Deutschland, ist das die falsche Anleitung. Diese Seite trennt beides sauber.

Woran du erkennst, welche Sprache erwartet wird

Das mit Abstand stärkste Signal ist die Sprache der Ausschreibung. Ein Unternehmen, das seine Stelle auf Englisch beschreibt, hat damit eine Entscheidung getroffen — und erwartet, dass du sie übernimmst. Umgekehrt gilt dasselbe.

Ist die Anzeige nicht eindeutig, helfen diese Signale:

  • Ausdrücklich geforderte Englisch-Level. Steht in der Anzeige „sehr gute“, „exzellente“ oder „verhandlungssichere Englischkenntnisse“, ist Englisch nicht Beiwerk, sondern Anforderung — und wird im weiteren Verfahren geprüft.
  • Hinweise auf ein internationales Team. Formulierungen wie „in einem internationalen Umfeld“ oder „mit Kolleginnen und Kollegen aus über 20 Ländern“ beschreiben die Arbeitssprache mit.
  • Die Konzernzugehörigkeit. Ist der Arbeitgeber die deutsche Tochter eines internationalen Unternehmens, laufen Reporting, Tools und ein Teil der Kommunikation oft auf Englisch.
  • Karriereseite und Bewerbungsportal. Sind die Formularfelder, die Datenschutzhinweise und die Bestätigungsmail auf Englisch, ist die Frage praktisch beantwortet.

Ein Signal fehlt in dieser Liste bewusst: der Sitz des Unternehmens. Er wird häufig mitgelesen, entscheidet aber nicht über die Sprache, sondern über das Format — warum das ein wichtiger Unterschied ist, steht weiter unten.

Eine hilfreiche Faustregel aus der Praxis: Schreib in der Sprache, die im Job der Alltag sein wird. Wird im Büro Deutsch gesprochen, bewirb dich auf Deutsch. Wer sich auf Englisch bewirbt, obwohl Deutsch die Arbeitssprache ist, lässt eine Lücke offen — die Personalabteilung erfährt aus den Unterlagen schlicht nicht, wie gut das Deutsch tatsächlich ist.

Wann Englisch die richtige Wahl ist

Bewirb dich auf Englisch, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Die Stellenausschreibung ist auf Englisch verfasst.
  • Das Unternehmen ist international tätig oder hat Englisch als Unternehmenssprache.
  • Die Bewerbung geht ins Ausland.
  • Die Rolle erfordert im Alltag regelmäßig Englisch (internationale Teams, Kundenkontakt im Ausland).

In diesen Fällen signalisiert eine englische Bewerbung, dass du in die Arbeitsrealität passt. Besonders häufig ist das in Technologie, Forschung, Beratung und in den deutschen Standorten internationaler Konzerne.

Wann Deutsch die stärkere Wahl ist

Umgekehrt gilt: Ist die Ausschreibung auf Deutsch und das Unternehmen deutschsprachig geprägt, ist Deutsch die erwartete und stärkere Wahl — auch dann, wenn du sehr gut Englisch kannst. Eine unaufgefordert englische Bewerbung wirkt hier eher unpassend als weltgewandt.

Das gilt besonders für den Mittelstand, für Familienunternehmen, für kunden- und publikumsnahe Rollen und für den öffentlichen Dienst. Und es gilt auch dann noch, wenn intern viel Englisch gesprochen wird: Selbst in Unternehmen mit englischer Binnensprache bleiben Partner, Lieferanten, Behörden und deren Dokumente häufig deutsch. Englisch als alleinige Arbeitssprache ist in Deutschland die Ausnahme, nicht die Regel.

Der teuerste Irrtum: Sprache ist nicht Format

Das ist der wichtigste Abschnitt dieser Seite, und er räumt mit dem verbreitetsten Missverständnis auf.

Ein häufiger Fehler: Wer auf Englisch schreibt, kopiert das amerikanische Résumé-Format. Das ist falsch. Auch ein englischsprachiger Lebenslauf für den deutschen Markt folgt dem deutschen Aufbau: tabellarisch, antichronologisch (neueste Station zuerst), mit persönlichem Datenblock — nur eben in englischer Sprache.

Der Grund ist einfach: Sprache und Format hängen an zwei verschiedenen Dingen.

  • Die Sprache folgt der Stellenanzeige — sie ist eine Frage der Kommunikation.
  • Das Format folgt dem Zielmarkt, also dem Land, in dem die Stelle sitzt und in dem gelesen wird — es ist eine Frage der Konvention.

Genau so steht es auch in der besseren deutschen Ratgeberliteratur, nur meist als Nebensatz: Bei einem Unternehmen, dessen Verkehrssprache Englisch ist, das aber seinen Sitz in Europa hat, gelten die Normen des europäischen Landes. Und die Anti-Foto-, Anti-Geburtsdatum-, Anti-Unterschrift-Regeln, die in jedem Artikel über den „englischen Lebenslauf“ stehen, sind ausdrücklich Länder-Regeln — sie kommen aus der Antidiskriminierungs-Praxis der USA, Großbritanniens, Irlands und Australiens, nicht aus der englischen Sprache.

Daraus ergeben sich vier saubere Fälle:

AnzeigeArbeitgeber sitzt inSpracheFormat
deutschDeutschlandDeutschdeutscher Standard
englischDeutschlandEnglischdeutscher Standard
englischGroßbritannienEnglischbritischer CV
englischUSAEnglischUS-Résumé

Die zweite Zeile ist der Fall, den fast niemand behandelt — und der häufigste von allen. Wie er konkret aussieht, zeigt derselbe Lebenslauf-Kopf zweimal gerendert:

Kopfbereich eines mit JACVault gerenderten Lebenslaufs in deutscher Fassung: Name und Berufsbezeichnung links, darunter die persönlichen Daten in zwei Spalten mit den Feldnamen E-Mail, Telefon, Anschrift, LinkedIn, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit, rechts oben das Bewerbungsfoto, darunter die Überschrift Berufserfahrung

Deutsche Fassung: E-Mail, Anschrift, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit

Derselbe Kopfbereich in englischer Fassung: identisches Layout, identische Reihenfolge und identische Werte, die Feldnamen lauten Email, Phone, Address, LinkedIn, Date of birth, Place of birth und Nationality, die Überschrift lautet Work Experience

Englische Fassung: Email, Address, Date of birth, Nationality — dieselben Felder an derselben Stelle

Gerendert mit JACVault · Vorlage „DACH-Klassik“ · gezeigt sind Aufbau und Beschriftung, nicht die Übersetzung der Inhalte · Demo-Daten

Was wechselt, sind die Feldbezeichnungen und Überschriften: aus „E-Mail“ wird Email, aus „Berufserfahrung“ Work Experience. Alles andere bleibt — dieselbe Reihenfolge, dieselbe zweispaltige Datenzeile, das Foto oben rechts. Und der aufschlussreichste Teil: Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit stehen weiterhin da. Genau diese drei Felder hätte ein US-Résumé überhaupt nicht. Die Bilder zeigen Struktur und Beschriftung; die Formulierungen in den einzelnen Stationen entstehen beim Erstellen in der jeweiligen Zielsprache.

Was sich am Lebenslauf ändert — und was nicht

Ein englischsprachiger Lebenslauf für Deutschland ist keine bloße Übersetzung, aber auch kein neues Dokument. Das Gerüst bleibt, die Beschriftung ändert sich.

Was bleibt:

  • der tabellarische, antichronologische Aufbau,
  • der persönliche Datenblock am Anfang,
  • das Bewerbungsfoto, wenn du dich dafür entscheidest (freiwillig, aber in Deutschland weiterhin üblich — mehr dazu im Ratgeber zum Bewerbungsfoto),
  • das Datumsformat MM/JJJJ (02/2016 – 08/2020) statt bloßer Jahreszahlen,
  • die Lückenlosigkeit des Werdegangs,
  • Ort, Datum und Unterschrift am Ende (freiwillig, aber üblich).

Was sich ändert:

  • die Rubrikbezeichnungen (aus „Berufserfahrung“ wird Work Experience, aus „Bildung“ Education),
  • die Bezeichnung deutscher Abschlüsse, die im Englischen niemand kennt,
  • die Schreibweise von Zahlen und Umlauten,
  • der Ton in den Beschreibungen: etwas aktiver formuliert, aber weiterhin sachlich — kein Verkaufstext.

Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil die Ratgeber zum englischen Lebenslauf hier das Gegenteil sagen — für einen anderen Fall:

  • Lücken. In Anleitungen für das US-Résumé steht, Lücken im Werdegang spielten dort keine Rolle. Für eine Bewerbung in Deutschland gilt das nicht: Der Werdegang bleibt lückenlos, auch auf Englisch. Wie du mit Lücken umgehst, statt sie zu verstecken, steht im Ratgeber zu Lücken im Lebenslauf.
  • Das Kurzprofil. Ein Personal Statement oder Career Objective ist im angelsächsischen Lebenslauf Standard. Im deutschen Lebenslauf ist ein Kurzprofil möglich, aber optional — und es bleibt sachlich. Ein Absatz im Verkaufston am Anfang wirkt hier nicht souverän, sondern deplatziert.

Der häufigste handwerkliche Fehler ist die wörtliche Übersetzung von Amtsdeutsch. „Sachbearbeiter im gehobenen Dienst“ oder „Diplom-Kaufmann (FH)“ ergeben Wort für Wort übersetzt keinen Sinn. Nenne stattdessen den deutschen Originalbegriff und setze eine kurze englische Erklärung daneben — das ist verständlich, ehrlich und im internationalen Recruiting üblich.

Deutsche Begriffe im englischen Lebenslauf

14 Begriffe und Formalien — zum Aufklappen

Die Schnell-Referenz für die englische Fassung. Wichtig vorweg: Diese Tabellen ändern nur die Beschriftung, nicht den Aufbau — der bleibt der deutsche.

Rubriken

DeutschEnglisch
LebenslaufCurriculum Vitae (CV)
BerufserfahrungWork Experience
Bildung / AusbildungEducation
Fort- und WeiterbildungContinuing Training
KenntnisseSkills

Abschlüsse

DeutschEnglische Einordnung
AbiturGerman Abitur (university entrance qualification)
FachhochschuleUniversity of Applied Sciences
AusbildungVocational training / apprenticeship
Duales StudiumDual study program
StaatsexamenState Examination (Germany)

Formalien

AngabeRegel
Umlauteausschreiben — aus Müller wird Mueller
ZeiträumeMM/JJJJ bleibt — Beispiel 02/2016 – 08/2020, nie die US-Reihenfolge Monat/Tag/Jahr
Sprachen und Nationalitätengroßschreiben — German, English, French
Dezimaltrennzeichenumgekehrt — aus 1,5 wird 1.5, aus 100.000 wird 100,000

Anschreiben oder Cover Letter?

Für das Anschreiben gilt dieselbe Trennung. Bewirbst du dich bei einem Arbeitgeber in Deutschland, bleibt die deutsche Anschreiben-Form richtig: eine Seite, Betreffzeile, konkreter Bezug zur Stelle, sachlicher Ton, Ort und Datum, Unterschrift. Wie dieser Aufbau im Detail aussieht, steht im Ratgeber zum Anschreiben.

Was du nicht tun solltest, ist das US-Cover-Letter-Muster zu übernehmen: kein Verkaufston, keine Superlative, keine Ausrufezeichen. Der amerikanische Cover Letter ist eine Werbefläche, das deutsche Anschreiben ein Argumentationstext — auch auf Englisch.

Zwei Kleinigkeiten, die häufig durchrutschen: Umgangssprachliche Verkürzungen wie I’m oder you’re werden in einer Bewerbung ausgeschrieben. Und die Anrede ist im Englischen kürzer, als deutsche Bewerber sie gewohnt sind — Dear Ms Schneider reicht, eine Konstruktion wie Dear Mrs. Dr. Schneider wirkt fremd.

Sprachkenntnisse: die Zeile, die geprüft wird

Wenn du dich auf Englisch bewirbst, wird eine Zeile im Lebenslauf besonders aufmerksam gelesen: die zu deinen Sprachkenntnissen. Sie ist kein Nebensatz, sondern eine Zusage.

Kenntnisse gehören als Text-Liste in den Lebenslauf, mit einem benannten Level — nicht als Balken oder Sterne. Für Sprachen ist die deutsche Leiter etabliert: Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, fließend, verhandlungssicher, Muttersprache. Setze die GER-Stufe von A1 bis C2 daneben, dann ist die Angabe international lesbar, und nenne Zertifikate beim Namen.

Beides zusammen ist auch der maschinenlesbare Weg. Bewerbermanagementsysteme filtern Bewerbungen unter anderem nach Sprachanforderungen. Eine Skill-Grafik enthält für so ein System überhaupt keinen Text — und eine GER-Stufe für sich genommen ist mehrdeutig, weil „B2“ auch eine Führerscheinklasse sein kann. Das ausgeschriebene Level plus die Stufe daneben deckt beide Leser ab, Mensch und Maschine. Mehr dazu im Ratgeber zum ATS-Lebenslauf.

Und dann der Punkt, an dem es unangenehm werden kann: Sei ehrlich. Ein überhöhtes Sprachniveau, das Einstellungskriterium war, kann eine spätere Kündigung rechtfertigen. Das ist keine Stilfrage, sondern Arbeitsrecht. Praktisch gilt außerdem: Was im Lebenslauf steht, wird im Gespräch geprüft — und wer dort deutlich hinter der eigenen Angabe zurückbleibt, verliert mehr als nur die Stelle.

Wenn das Gespräch die Sprache wechselt

Die Sprachwahl ist der Anfang eines Verfahrens, nicht sein Ende. Ein typischer Ablauf: Ausschreibung, Bewerbung und Terminvereinbarung liefen auf Deutsch — und im Vorstellungsgespräch sitzt plötzlich eine Kollegin am Tisch, die kein Deutsch spricht. Ab da läuft das Gespräch auf Englisch.

Angekündigt wird das erstaunlich selten. Ein Bewerber schildert, dass er mehrfach nachgefragt hat und trotzdem nicht schlauer war: mal sei die Gesprächssprache noch nicht entschieden, mal hänge sie davon ab, wer das Gespräch am Ende führe — er solle sich auf beide Sprachen einstellen. Und das nicht bei kleinen Firmen, sondern bei Arbeitgebern, die jeder kennt.

Vorbereiten lässt sich das trotzdem, weil die Anzeige die Hinweise meist schon enthält: ausdrücklich geforderte Englischkenntnisse, ein internationales Team, ein internationaler Mutterkonzern. Trifft eines davon zu, lohnt es sich, die drei Standardpassagen — Werdegang, Motivation, Rückfragen — einmal laut auf Englisch durchzugehen. Nicht auswendig lernen, nur einmal sagen. Der Unterschied zwischen „geübt“ und „völlig kalt“ ist bei einer Fremdsprache größer als bei der Muttersprache.

Zeugnisse: beilegen, übersetzen oder weglassen?

Auch hier trennt sich der Fall nach dem Zielmarkt.

Bewerbung bei einem Arbeitgeber in Deutschland, Unterlagen auf Englisch: Arbeitszeugnisse, Abschlusszeugnisse und Zertifikate legst du im Original bei — auf Deutsch. Sie sind Nachweise, keine Textbeiträge, und die Personalabteilung in Deutschland kann sie lesen. Übersetzen musst du sie nicht. Hilfreich ist stattdessen eine kurze englische Einordnung dort, wo der Abschluss im Lebenslauf steht.

Bewerbung ins englischsprachige Ausland: Dort ist es umgekehrt. Zeugnisse werden gar nicht erst mitgeschickt, sondern auf Anfrage nachgereicht oder im Gespräch vorgelegt — und dann übersetzt. Ihre Funktion übernehmen Referenzpersonen, die tatsächlich kontaktiert werden.

Ein Sonderthema bleibt außen vor, weil es nicht mehr zur Bewerbungssprache gehört: die formale Anerkennung ausländischer Abschlüsse für reglementierte Berufe. Das ist ein eigenes Verfahren mit eigenen Stellen, und es hat mit der Frage, in welcher Sprache du dich bewirbst, nichts zu tun.

Beide Fassungen schicken?

Kurz: nein. Schick die Fassung, die zur Sprache der Ausschreibung passt. Beide Versionen legst du nur bei, wenn der Arbeitgeber ausdrücklich darum bittet — manche internationalen Konzerne tun das, weil Unterlagen intern zwischen Standorten weitergereicht werden.

Unaufgefordert zwei Fassungen zu schicken wirkt nicht gründlich, sondern unentschieden. Und es verdoppelt die Fläche für Fehler: Zwei Dokumente, die inhaltlich auseinanderlaufen, fallen sofort auf.

Im Zweifel: nachfragen

Wenn die Ausschreibung keine klare Antwort gibt, ist eine kurze Rückfrage bei der Personalabteilung völlig legitim — sie zeigt Engagement und vermeidet Missverständnisse. Besser einmal fragen als in der falschen Sprache bewerben.

Eine Zeile genügt: in welcher Sprache die Unterlagen erwartet werden. Die Antwort kostet niemanden Zeit und nimmt dir eine Entscheidung ab, die du sonst auf Verdacht triffst.

Österreich und Schweiz

Die Logik gilt im gesamten DACH-Raum: Sprache nach der Anzeige, Format nach dem Land. In Österreich ist das Format dem deutschen sehr nah, weicht aber in Details ab — die Unterschrift im Lebenslauf wird dort erwartet. In der Schweiz ist es umgekehrt: Dort wird der Lebenslauf nicht unterschrieben, und Ort und Datum entfallen. Dazu kommt eine zweite Achse — es zählt die Sprachregion, in der der Arbeitgeber tätig ist. Eine englische Anzeige aus Genf heißt nicht, dass Französisch keine Rolle spielt. Und die Schweizer Terminologie ist eine eigene: Zivilstand statt Familienstand, Nationalität statt Staatsangehörigkeit.

Wer sich in mehr als einem der drei Länder bewirbt, passt die Unterlagen besser pro Bewerbung an, statt eine Datei mehrfach zu verwenden.

So macht es JACVault

JACVault liest die Sprache der Stellenanzeige aus dem Text — regelbasiert, ohne KI. Die Entscheidung liegt trotzdem bei dir: Du wählst die Zielsprache vor dem Lauf, oder du überlässt sie der Erkennung. Passt die Sprache der Anzeige nicht zu der deines Profils, rät JACVault nicht — dann hält die Bewerbung an und fragt nach, und diese Rückfrage kostet dich kein zusätzliches Guthaben.

Was dabei nie kippt, ist der Aufbau. Sprache ist die eine Einstellung, der Zielmarkt die andere: Die Überschriften im Lebenslauf wechseln mit der Sprache, das Layout bleibt das deutsche. Deine erste Bewerbung ist kostenlos.

Kostenlos starten → · Der Lebenslauf-Ratgeber · Bewerbungs-Glossar

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Zuletzt geprüft: siehe Datum oben.

Häufige Fragen

Soll ich meine Bewerbung auf Englisch oder auf Deutsch schreiben?

In der Sprache der Stellenanzeige. Ist die Ausschreibung auf Englisch, das Unternehmen international tätig oder werden ausdrücklich englische Sprachkenntnisse verlangt, bewirbst du dich auf Englisch. In allen anderen Fällen ist Deutsch die erwartete und stärkere Wahl. Der Grundgedanke dahinter: Schreib in der Sprache, die im Job der Alltag sein wird.

Woran erkenne ich, ob eine englische Bewerbung erwartet wird?

Das stärkste Signal ist die Sprache der Ausschreibung selbst. Dazu kommen: ausdrücklich geforderte Englisch-Level wie „verhandlungssicher“, ein Hinweis auf ein internationales Team, ein Unternehmen, das überwiegend international arbeitet, oder eine Tochtergesellschaft eines internationalen Konzerns. Prüfe zusätzlich, in welcher Sprache die Karriereseite und das Bewerbungsportal geführt sind. Gibt keines dieser Signale eine klare Antwort, ist eine kurze Rückfrage beim Unternehmen der bessere Weg als eine Vermutung.

Ist ein englischer Lebenslauf für eine deutsche Firma ein Resume?

Nein. Das amerikanische Resume und der britische CV sind die Formate für Bewerbungen in diese Länder. Bewirbst du dich bei einem Arbeitgeber in Deutschland, bleibt der deutsche Aufbau richtig — tabellarisch, antichronologisch, mit persönlichem Datenblock, Monats- und Jahresangaben und der in Deutschland freiwilligen, aber üblichen Unterschrift. Nur die Sprache wechselt. Sprache und Format sind zwei getrennte Entscheidungen: Die Sprache folgt der Anzeige, das Format folgt dem Land, in dem die Stelle sitzt.

Gehört in einen englischsprachigen Lebenslauf für Deutschland ein Foto?

Es gelten dieselben Regeln wie beim deutschsprachigen Lebenslauf: Ein Foto ist freiwillig, aber in Deutschland weiterhin üblich. Die verbreitete Aussage „in den englischen Lebenslauf gehört kein Foto“ bezieht sich auf Bewerbungen in die USA oder nach Großbritannien — nicht auf eine englischsprachige Bewerbung bei einem deutschen Arbeitgeber. Alles Weitere steht im Ratgeber zum Bewerbungsfoto.

Wann ein Bewerbungsfoto sinnvoll ist — und wann nicht

Wie gebe ich meine Sprachkenntnisse im Lebenslauf an?

Mit einem benannten Level statt mit Balken oder Sternen. Die deutsche Leiter lautet: Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, fließend, verhandlungssicher, Muttersprache. Setze die GER-Stufe von A1 bis C2 daneben, dann ist die Angabe international lesbar, und nenne Zertifikate beim Namen. Beides zusammen ist auch der maschinenlesbare Weg: Eine Grafik enthält für ein Bewerbermanagementsystem keinen Text, und eine GER-Stufe allein ist mehrdeutig.

Soll ich meine Bewerbung in beiden Sprachen schicken?

Nein — schick die Fassung, die zur Sprache der Ausschreibung passt. Beide Versionen nur dann, wenn der Arbeitgeber ausdrücklich darum bittet. Zwei Fassungen unaufgefordert beizulegen wirkt nicht gründlich, sondern unentschieden, und verdoppelt die Fläche für Fehler.

Muss ich meine Zeugnisse übersetzen lassen?

Für eine Bewerbung bei einem Arbeitgeber in Deutschland nicht: Arbeitszeugnisse und Abschlusszeugnisse legst du im Original bei, auch wenn Anschreiben und Lebenslauf auf Englisch sind. Hilfreich ist eine kurze englische Einordnung im Lebenslauf, etwa bei Abschlussbezeichnungen. In der angelsächsischen Praxis ist es umgekehrt: Dort werden Zeugnisse gar nicht erst mitgeschickt, sondern auf Anfrage nachgereicht — und dann übersetzt.